Zur Würde des Menschen gehört das Maß an Selbstbestimmtheit, welches ihm zur Verfügung steht oder – wie in manchem Schicksal – zur Verfügung gestellt wird. Um die Frage der Selbstbestimmtheit, der Freiheit des Einzelnen, ging es heute bei einer Fachtagung mit Erik Bosch in der Stephanus-Stiftung. Erik bot allen das Du an. Er arbeitet als Heilpädagoge und Lehrender in Sachen respektvoller Begegnung. Ein Mal fragte er, ob wir als Arbeitende in Sozialberufen mit unseren Klienten tauschen würden. Da stieg in mir die Frage auf, wie frei entsprechende Antworten eigentlich sein könnten – immerhin geht es für die arbeitenden Menschen in Sozialberufen auch um die Frage der eigenen Existenz, wenn es sich dabei um Kritik an ihrem Arbeitgeber oder den rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen handelt.
In Sozialberufen gilt es, immer wieder die Beziehung zum Klienten (Patienten, Bewohner usw.) in den Mittelpunkt der Betrachtungen zu stellen. Wie aber sieht es mit den Beziehungen aus, die mich als Tätigen umgeben – die Beziehungen zu meinen Vorgesetzten und Einrichtungsleitern? Wie kann ich Kritik üben an der Grundhaltung (also an der Beziehung) gegenüber unseren “Kunden”, wenn der Kritisierte zugleich über meine Weiterbeschäftigung zu entscheiden hat?
Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde meinen Kollegen und mir die Freiheit schaffen, tatsächlich sozial entscheiden und arbeiten zu können. Unabhängig von Existenzsorgen könnte dann tatsächlich der Mensch im Mittelpunkt stehen – anstatt wie bisher: die Mittel.

Alljährlich lässt die UNICEF eine
Wie viele Menschen begegnete ich Konflikten oft mit Respekt, manche versuchte ich zu vermeiden, andere trug ich aus, wieder andere lösen sich – so hoffte ich manchmal – von selbst.
Der Begriff der Freiheit wird in etwa so inflationär verwendet wie “Liebe” oder “Verantwortung”. Es soll ja geistige, politische, ökonomische, soziale, emotionale, künstlerische sowie die Freiheit der Meinungsäußerung, die Freiheit des Marktes usw. geben.
Kann man zur Freiheit erziehen? Muss man zu Freiheit erziehen? Man könnte allerdings auch fragen: Warum sollte man zu etwas erziehen, was ohnehin praktisch jeder und jede will? So beginnt ein 

