Der Begriff Bisphenol A (BPA) taucht aufgrund seiner gesundheitsschädigenden Eigenschaften regelmässig in den Schlagzeilen auf. Zuletzt wurde bekannt, dass die kunststoffhärtende Chemikalie sich in vielen Babyschnullern befindet. Bei Erwachsenen, so der Verdacht, kann BPA Unfruchtbarkeit, Schädigungen der Gehirnentwicklung und Brustkrebs auslösen. Kindern, die sich erst in der Entwicklung befinden, könnten weitaus verheerendere Folgen drohen.

Nun wurde ausserdem bekannt, daß BPA für Potenzstörungen bei Männern verantwortlich sein kann. Die hormonell wirkende Chemikalie steht im Verdacht, erektile Dysfunktionen auszulösen.

Im Jahre 2007 hat die EU plötzlich den erlaubten Grenzwert für BPA erhöht. Die Süddeutsche Zeitung schrieb damals:

Die Behörde hob den gesetzlichen Grenzwert deutlich an. Seither gilt es als akzeptabel, täglich 50 Mikrogramm BPA pro Kilogramm Körpergewicht zu schlucken, vorher waren 10 Mikrogramm die Obergrenze. Der europäische Verbraucher kann diese Entscheidung indes nicht nachvollziehen, denn wesentliche Daten, auf die sich die EFSA stützt, werden der Öffentlichkeit bis heute vorenthalten. [...]

Auffällig ist dabei, dass es stets öffentlich finanzierte Arbeiten waren, die Beeinträchtigungen durch BPA feststellten: 153 dieser Studien fanden negative Effekte schon bei niedrigen Konzentrationen, nur 14 fanden keine. Dagegen kamen alle 13 von der Industrie geförderten Studien zu dem Schluss, BPA sei eher harmlos.

Übrigens: In Kassenbons und Kreditkartenbescheinigungen aus carbonfreiem Papier liegt der BPA-Wert bei 60 bis 100 Milligramm, berichtet Science News.


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