Kaiserschnitt – Eingriff mit Folgen
Die Wissenschaftlerin Kerstin Uvnas-Moberg beschreibt in ihren Forschungen zu Oxytocin und Bonding, dass Mütter und ihre Neugeborenen, die mit Kaiserschnitt entbunden werden, niedrigere Oxytocinspiegel aufweisen. In ihrem Buch The Oxytocin Factor: Tapping the Hormone of Calm, Love, and Healing, weist sie daraufhin, welch entscheidende Rolle Oxytocin für das Vertrauen zwischen Mutter und Kind spielt. Ein niedriger Spiegel dieses Hormons kann Bindungsstörungen und mangelndes Vertrauen im Alltag auslösen. Mittlerweile wird sogar ein Zusammenhang mit Autismus diskutiert. Zu einer hohe Ausschüttung von Oxytocin kommt es übrigens beim Stillen. Es ist also mehr als eine Volksweisheit, daß un-gestillten Kind oft das Vertrauen in sich und Andere fehlt.
In dem von Karl H. Brisch und Theodor Hellbrügge herausgegebenen Buch Die Anfänge der Eltern-Kind-Bindung: Schwangerschaft, Geburt und Psychotherapie beschreiben die Autoren, wie die Entwicklung der Bindung zwischen Eltern und Kind bereits vor der Geburt beginnt, wie sie durch Erfahrungen beeinflußt wird, die während der Schwangerschaft, bei der Geburt und in den ersten Lebensmonaten gemacht werden. Kommt es zu vorzeitiger Wehentätigkeit, liegt eine postpartale Depression, eine Drogenabhängigkeit oder der Verdacht auf eine Fehlbildung des Fetus vor, oder sind die Eltern traumatischen Erfahrungen ausgesetzt, kann diese sensible frühe Entwicklungszeit erheblich belastet sein.
In der Folge werden diese Kinder heranwachsen und spätestens als Erwachsene psychotherapeutischer Behandlung bedürfen. Oft geht es dabei um Vertrauensprobleme, Depressionen und Neurosen. Ein Zusammenhang zum Geburtserlebnis und zur Prägungsphase wird erst langsam durch eine kleine Zahl von Eingeweihten gesehen. Eine sanfte Schwangerschaft und Geburt würde daher helfen, spätere Behandlungen zu ersparen. Sinkende Folgekosten für die Gesundheitssysteme wären nur ein Nebeneffekt.



















