Der Staat spricht also von Erziehungsfreiheit. Am Beispiel der Homeschool-Bewegung jedoch wird deutlich, wo die Grenzen dieser angeblichen Freiheit liegen. Homeschooler, das sind Eltern, die ihre Kinder zu Hause nach eigenen Ansichten unterrichten wollen, ohne dem Zwang zu unterliegen, ihre Kinder einer Sozialisation auszusetzen die zu den gegenwärtigen Mißständen erst geführt hat: Leistungdenken, Rivalität, Gruppendruck, Aufmerksamkeitsdefizite, Ent-Individualisierung.

In Deutschland aber haben Eltern oft den Eindruck, keine andere Wahlzu haben, als ihr Kind in die Schule und somit in diese Sozialisation zu schicken. Das Netzwerk Bildungsfreiheit beschreibt dazu eines seiner Ziele:

Wir setzen uns ein für die Umsetzung von Artikel 26 (3) der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, worin festgeschrieben ist: “Eltern haben das vorrangige Recht, die Art der Bildung und Erziehung, die ihre Kinder erhalten sollen, zu wählen. Die entwürdigenden und menschenrechtsverletzenden Zwangsmaßnahmen wie Buß- und Zwangsgelder, polizeiliche Zwangszuführungen und Sorgerechtsentzüge sind unverzüglich einzustellen. Wir engagieren uns für eine ersatzlose Abschaffung derartiger Repressionen, die einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft unwürdig sind. Wir erwarten, dass ein demokratisches Land die Menschenrechte und die Empfehlung für die Rechte des Kindes anerkennt.

    6 Meinungen.
  1. Thomas, das bringt mich zu der Frage, gibt es bedingte Freiheit?

    Kommentar von Daniel Reitzig am 29. November 2009 um 22:51 Uhr.

  2. Rudolf Steiner sagt über die Freiheit: Des höheren Menschen Weg und Ziel ist die Freiheit.
    Dies veranschaulicht für mich die enorme Bedeutung der Freiheit.

    Kommentar von Thomas Franz am 27. November 2009 um 10:21 Uhr.

  3. Manfred Spitzer über Gewalt im Fernsehen
    http://www.youtube.com/watch?v=TjzMwzYhPL4

    Kommentar von Dorothea am 16. November 2009 um 19:22 Uhr.

  4. Von den Spiegelneuronen hab ich schon gehört. Danke! Das mit dem Vorbild hat mir zudenken gegeben…Gruß, Hans

    Kommentar von Hans am 16. November 2009 um 17:42 Uhr.

  5. Ja, ich übe mich darin, meine Grenzen zu benennen und danach zu leben, aber es sind eben meine Grenzen. Warum sollte ich sie automatisch zu denen der Kinder machen wollen? Wenn es mir beispielsweise gelingt, achtsam mit Menschen umzugehen, und Kinder sehen das…dann braucht es in dieser Hinsicht keine durch mich auszusprechende Grenze. Kinder lernen durch Nachahmung. Stichwort: Spiegelneuronen.

    Wenn Kinder mich bei Rot über die Strasse rennen sehe, obwohl ich mit ihnen schimpfte, wenn sie das tun würden, kommt bei den Kindern eher etwas verwirrendes an, zumindest keine Klarheit.

    Kommentar von Daniel Reitzig am 16. November 2009 um 07:37 Uhr.

  6. Hmm…aber Kinder brauchen doch Grenzen, wenn sie machen können was sie wollen, wie sollen sie sich als Erwachsene zurecht finden? Oder?

    Kommentar von Hans am 16. November 2009 um 07:05 Uhr.

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