Ich weiß gar nicht genau, warum. Im Moment brauche ich das facebook-Profil nicht. Vielleicht mal löschen? Google hat dazu eine Statistik.

Am späten Abend des 18. August 2010 brachte die Google-Suche nach facebook account löschen ungefähr 8.520.000 Ergebnisse. Im Moment sind es soviele. Und facebook profil löschen brachte es ebenfalls am 18. August 2010 auf immerhin 1.760.000 Ergebnisse, darunter Anleitungen namens Facebook-Account löschen in 6 Schritten. Heute löscht man ja per facebook One-Klick-Frontend.

Nachdem ich das Profil stillgelegt hatte, fand ich synchron auf SpON die Gedanken von Google-Manager Eric Schmidt. Auf dem Höhepunkt der Datenschutz-Schmierenkomödie GooglesStreetview (Original mit deutschen Untertiteln) sorgt sich der Manager angeblich um die Folgen mangelnder Achtsamkeit unbedarfter Netznutzer. SpON schreibt:

Schmidt ist überzeugt, dass jeder Mensch eines Tages das Recht erhalten wird, mit Erreichen der Volljährigkeit seinen Namen zu wechseln. Damit könne jedermann sich seiner Jugendsünden, die auf Social-Media-Seiten wie beispielsweise Facebook dokumentiert sind, auf einen Schlag entledigen.

Google will Geld verdienen. Seit wann machen die sich Sorgen um die Privatsspähre? Aber mit dem Vorschlag eröffnen sich gleich ganz neue Geschäftsfelder. Online-Namenswechsel oder so. Gilt irgendwann bestimmt als elegante eGovernment-Lösung.

Bis dahin kann sich wahrscheinlich jeder mit dem Radiergummi für peinliche Partyfotos helfen.

Ware Hirnleistung Ihr Kind hat ADS, so lautete die Diagnose von Frau Dr. F.H., einer Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde,
Naturheilverfahren, Psychotherapie und Sozialpsychiatrie. Sicher hat sie meinen Gesichtausdruck bemerkt, denn sie beeilte sich, zu ergänzen: nur die leichte Form, Medikamente sind nicht notwendig. Meinen Hinweis auf mögliche Bindungsstörungen wischte sie beiseite, das sei eine Modediagnose. Dabei dachte ich, es sei genau umgekehrt.

Bei meiner eigenen Recherche stieß ich auf eine Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Deutschen Bundestag zum Thema ADS und Ritalin (BT-Drucksache 16/3045, 2006). Die Fragesteller wiesen zunächst daraufhin, daß die Zahl der Verschreibungen von Ritalin und ähnlichen Pharmazeutika seit 1990 vervielfacht hatten:
Damals lag die Zahl der damit behandelten Kinder noch bei 1 500. Etwa 15 Jahre später belief sie sich nach Schätzungen der deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin auf 50 000 bis 100 000.

Was ist das für eine Krankheit, die mittlerweile so gehäuft auftreten soll?

Der Psychologe Hans-Reinhard Schmidt hat dazu eine interessante Übersicht erstellt. Er nähert sich dem Phänomen zunächst mit der Frage danach, was es (vermutlich) nicht ist: keine spezifische hirnorganische Veränderung, keine spezielle Krankheit, keine Frage der genetischen Vererbung (PDF, ca. 85 KB).

In Werner Stangl’s Arbeitsblättern heißt es dazu:

Aufmerksamkeitsstörungen wurde um die Jahrtausenwende zur “Modediagnose”. Fachleute warnen daher vor einer bedenkenlosen Anwendung des Arzneimittels, denn nicht jedes unruhige, lebhafte Kind ist hyperaktiv. Kinderärzte und -psychiater sind mit der exakten Diagnose überfordert und greifen auch bei anders gearteten Störungen vorschnell zum Ritalin-Rezept.

Die Bundesregierung teilt die Besorgnis der Überforderung im Übrigen nicht. In der oben erwähnten Drucksache heißt es dazu:

Nach den der Bundesregierung vorliegenden Erkenntnissen [...] liegt die Methylphenidat-Therapie in erster Linie in der Hand der Kinderärzte und der niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiater. Diese haben einen hohen Stellenwert bei der Initiierung der Therapie. Bei der Fortführung der Therapie, den sog. Folgeverordnungen, ist erwartungsgemäß auch die Arztgruppe der Allgemeinärzte quantitativ bedeutsam vertreten. Somit ist davon auszugehen, dass Methylphenidat, insbesondere in der sensiblen Phase der Ersteinstellung der Kinder, überwiegend von besonders qualifizierten Ärzten/-innen verordnet wird. [...] Vor diesem Hintergrund sieht die Bundesregierung – zumindest nach jetzigem Kenntnisstand – keine zwingende Notwendigkeit, die Verschreibung dieses Arzneimittels auf bestimmte Ärzte, z. B. besondere Facharztgruppen, ein- zuschränken.

Es wäre nun wirklich verwunderlich, anzunehmen, die Bundesregierung würde sich gegen die Profitinteressen der Pharmaindustrie stellen. Immerhin wären dann doch Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet, nicht wahr?

Sich zum Sklaven dieses Systems machen?

In einigen sonst der Subversion unverdächtigen Medien wird zumindest kritisch berichtet, notfalls mit vollem Einsatz. Ich bin ein Zombie, und ich lerne wie eine Maschine steht über einem anonym verfassten Selbsterfahrungsbericht in der Campus-Beilage der ZEIT. Darin wird Gerald Hüther, Professor für Neurobiologie an der Psychiatrischen Uni-Klinik Göttingen, mit der Frage konfrontiert, wie hoch die körperlichen Risiken der Einnahme von Ritalin tatsächlich seien. Der Experte antwortet weise:

Sie betrachten das Problem falsch, nämlich rein medizinisch. Ich frage Sie: Was kann man sich selbst Schlimmeres antun, als sich so zu funktionalisieren? Als sich zum Sklaven dieses Bildungssystems zu machen?

In den Medien wird immer wieder die Konstellation Wirtschaft und Bildungssystem aufgegriffen. Erstere beschwert sich immer wieder, letzteres würde immer schlechteres Humankapital hervorbringen. Nun der Zirkelschluss zum Neuro-Kapitalismus, den Hennric Jokeit und Ewa Hess auf den Punkt bringen.

Sie meinen, das kapitalistische Wirtschaftssystem habe sich als sehr anpassungsfähig und damit resistent gegenüber systemimmanenten Krisen gezeigt. Stets seien Wissenschaften und Methodiken produziert worden, die systembedingte Ausfallerscheinungen in den beteiligten Individuen analysieren und abmildern konnten – um die krankgemachten Menschen so weiter in den Kreislauf von Angebot und Nachfrage einzubinden.

Der Begriff Bisphenol A (BPA) taucht aufgrund seiner gesundheitsschädigenden Eigenschaften regelmässig in den Schlagzeilen auf. Zuletzt wurde bekannt, dass die kunststoffhärtende Chemikalie sich in vielen Babyschnullern befindet. Bei Erwachsenen, so der Verdacht, kann BPA Unfruchtbarkeit, Schädigungen der Gehirnentwicklung und Brustkrebs auslösen. Kindern, die sich erst in der Entwicklung befinden, könnten weitaus verheerendere Folgen drohen. ► Gesamten Artikel lesen

Kaiserschnitt

Die Geburt ist für Mutter und Kind ein sehr erschöpfendes Ereignis. Bei einer Frau, die ihr erstes Kind bekommt dauert die Geburt durchschnittlich zwölf bis 18 Stunden. Dennoch hat die Natur aus diesem Prozess ein harmonisches Zusammenspiel von Körper und Geist gemacht.

Tritt der Kopf des Kindes tief ins Becken ein, drückt der auf den Darm der Mutter. Dadurch wird bei der Frau ein reflexartiger Drang zum Pressen ausgelöst. Der Körper sendet Signale, Botenstoffe werden ausgeschüttet. Im Kopf der Frau entsteht regelrecht der Wunsch, zu pressen. Das ist eines der vielen Beispiele für das Zusammenwirken von Körper und Geist während der Geburt, so wie die Natur es eingerichtet hat. Setzt die Frau ihren Wunsch um, mitzupressen, unterstützt sie so die Kräfte der Gebärmutter durch ihre Bauchmuskulatur. Unter einer Periduralanästhesie (PDA) gelangen die entsprechenden Botenstoffe nicht zum Gehirn. Der Wunsch nach Pressen wird unterdrückt. Ein natürlicher Geburtsverlauf ist nicht mehr gegeben. Allerdings gibt es noch ganz andere Eingriffe… ► Gesamten Artikel lesen

Umwelt und Natur

Die geplante Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln ist gerade zu Recht abserviert worden. Nun machen die Schweden vor, wie eine sinnvolle Kennzeichnung noch aussehen könnte: die Kennzeichnung wird um die Angaben des CO2-Wertes ergänzt, der bei der Herstellung anfällt.

Dazu kommen noch einige Schweizer Erkenntnisse, schon hätte man ein wirkungsvolles Instrument in der Hand, um ein neues Bewusstsein für Mensch und Umwelt beim Lebensmittelkauf zu schaffen.

Die Idee ist nicht neu, bereits im Juni 2009 wurde sie diskutiert. Das Kennzeichen ist eine gemeinsame Initiative der Vereinigung der schwedischen Bauern, zwei Kennzeichnungsorganisationen für Nahrungsmittel und verschiedenen Milch- und Fleischkooperativen. Zuletzt hiess es dazu:

Fleisch – Rind, Lamm, Schwein und Huhn – ist die Gruppe der Lebensmittel die die größten Auswirkungen auf die Umwelt haben“, so die Richtlinien die gemeinsam von der schwedischen Lebensmittelverwaltung und der Umweltschutzorganisation des Landes herausgegeben wurden.

Gesundes Schulessen muss nicht teuer sein. Das dachten sich fünf Berliner Schüler und gründeten kurzerhand einen eigenen Verein Gesunde Schulverpflegung für deutsche Schüler/innen e.V. Der hat es sich zur Aufgabe gemacht, bundesweit für ein gesundes Schulessen einzutreten. Um für ihr Anliegen eine möglichst hohe mediale Aufmerksamkeit zu erzielen, planen die Schüler eine Gala auf der bekannten Messe Grüne Woche im Januar 2010.

Christoph Walter, Vorsitzender Gesunde Schulverpflegung für deutsche Schüler/innen e.V. und Teamer der Gala, erklärt:

“Wir wollen hier Abstand von einer normalen Gala nehmen und den Gästen etwas Besonderes bieten. Daher haben wir eine Showküche ins Programm genommen, welche den Gästen zeigen soll, wie einfach es doch sein kann, gesundes Schulessen herzustellen.”

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