Zur Würde des Menschen gehört das Maß an Selbstbestimmtheit, welches ihm zur Verfügung steht oder – wie in manchem Schicksal – zur Verfügung gestellt wird. Um die Frage der Selbstbestimmtheit, der Freiheit des Einzelnen, ging es heute bei einer Fachtagung mit Erik Bosch in der Stephanus-Stiftung. Erik bot allen das Du an. Er arbeitet als Heilpädagoge und Lehrender in Sachen respektvoller Begegnung. Ein Mal fragte er, ob wir als Arbeitende in Sozialberufen mit unseren Klienten tauschen würden. Da stieg in mir die Frage auf, wie frei entsprechende Antworten eigentlich sein könnten – immerhin geht es für die arbeitenden Menschen in Sozialberufen auch um die Frage der eigenen Existenz, wenn es sich dabei um Kritik an ihrem Arbeitgeber oder den rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen handelt.

In Sozialberufen gilt es, immer wieder die Beziehung zum Klienten (Patienten, Bewohner usw.) in den Mittelpunkt der Betrachtungen zu stellen. Wie aber sieht es mit den Beziehungen aus, die mich als Tätigen umgeben – die Beziehungen zu meinen Vorgesetzten und Einrichtungsleitern? Wie kann ich Kritik üben an der Grundhaltung (also an der Beziehung) gegenüber unseren “Kunden”, wenn der Kritisierte zugleich über meine Weiterbeschäftigung zu entscheiden hat?

Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde meinen Kollegen und mir die Freiheit schaffen, tatsächlich sozial entscheiden und arbeiten zu können. Unabhängig von Existenzsorgen könnte dann tatsächlich der Mensch im Mittelpunkt stehen – anstatt wie bisher: die Mittel.

KlassenraumKann man zur Freiheit erziehen? Muss man zu Freiheit erziehen? Man könnte allerdings auch fragen: Warum sollte man zu etwas erziehen, was ohnehin praktisch jeder und jede will? So beginnt ein Vortrag von Morus Markard, als Professor Sozialpsychologie lehrend, ein Vertreter der so genannten Kritischen Psychologie. Wenn sich Freiheit, so Markard, am Ausmaß der Verfügung über die eigenen und damit gesellschaftlichen Lebensbedingungen bemisst, wird die Frage interessant, welche Machtverhältnisse herrschen, bzw. inwieweit Freiheit und Entwicklung eingeschränkt werden… ► Gesamten Artikel lesen

Im Jugendmagazin Jetzt der Süddeutschen berichtet Tina Baier über die Fachtagung ‚Doing Family’ am vergangenen Mittwoch und Donnerstag in Berlin. Ihre These: ‚Männer wollen sich in der Familie engagieren, doch meist genügen sie ihren Ansprüchen nicht’. Ihr Resultat: ‚die Väter scheitern!’

Die Beiträge der anwesenden Forscher legen aber eine differenziertere Sicht nahe

“Die jungen Männer sind ziemlich verzweifelt auf der Suche nach Leitbildern”, sagte Karin Jurczyk vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) auf der Fachtagung  ”In unserer Gesellschaft gibt es kein positives Bild von Männlichkeit, das Väterlichkeit mit einschließt.”

Auffällig ist, dass gerade Männer, die vor der Geburt des ersten Kindes für Gleichberechtigung in der Partnerschaft eintreten, sich später sogar weniger an Erziehung und Haushalt beteiligen als Männer, die sich an einem traditionellen Familienbild orientieren. Fabienne Becker-Stoll vom Staatsinstitut für Frühpädagogik in München glaubt, dass dies auch an den Frauen liegt. Nach ihrer Erfahrung wünschen sich vor allem Paare aus der gut ausgebildeten Mittelschicht eine gleichberechtigte Partnerschaft. Wenn das erste Kind kommt, lasse sich jedoch immer wieder dasselbe Muster beobachten: Die zuvor beruflich sehr engagierte Mutter stürzt sich mit demselben Elan auf ihr “neues Projekt Kind”. Dem Vater bleibt oft kaum Raum, sich zu beteiligen. ► Gesamten Artikel lesen

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