Kind Alljährlich lässt die UNICEF eine Studie zur Situation der Kinder in mehreren Ländern durchführen.

Es werden Informationen zusammengetragen zu den Themen Materielles Wohlbefinden, Gesundheit und Sicherheit, Bildung und Ausbildung, Beziehungen zur Familie und zu Gleichaltrigen, Verhaltensrisiken sowie subjektives Wohlbefinden.

Als besorgniserregend empfinde ich vor allem, was die befragten Kinder als zu ihrem persönlichen Wohlbefinden zu sagen haben:

Hinsichtlich der eigenen Einschätzung von Kindern und Jugendlichen zu ihrer Lebenssituation befindet sich Deutschland insgesamt auf Rang neun. Hinter diesem Mittelplatz verbergen sich allerdings einige gravierende Probleme: 6 Prozent der Heranwachsenden erleben sich als Außenseiter. 11 Prozent der befragten 15-jährigen Schülerinnen und Schüler in Deutschland geben an, sich “unbehaglich und fehl am Platz” zu fühlen. Etwa jeder dritte 15-Jährige sagt, dass er sich “alleine” fühlt. Bei der Lebenszufriedenheit insgesamt liegt Deutschland dann sogar auf dem viertletzten Platz von 21 Ländern.

► Gesamten Artikel lesen

KlassenraumKann man zur Freiheit erziehen? Muss man zu Freiheit erziehen? Man könnte allerdings auch fragen: Warum sollte man zu etwas erziehen, was ohnehin praktisch jeder und jede will? So beginnt ein Vortrag von Morus Markard, als Professor Sozialpsychologie lehrend, ein Vertreter der so genannten Kritischen Psychologie. Wenn sich Freiheit, so Markard, am Ausmaß der Verfügung über die eigenen und damit gesellschaftlichen Lebensbedingungen bemisst, wird die Frage interessant, welche Machtverhältnisse herrschen, bzw. inwieweit Freiheit und Entwicklung eingeschränkt werden… ► Gesamten Artikel lesen

Klimawandel

Der vor allem im englischsprachigen Raum bekannte Wildnislehrer Ray Mears hat in einem Interview mit New Scientist Zweifel daran geäussert, daß viele Menschen eine Klimakatastrophe überleben würden. Ihnen fehle das notwendige Wissen über das Leben in der Wildnis. Auch unseren Kindern fehle bereits jetzt das nötige Handwerkszeug.

“Wir erwarten von unseren Kindern, die Bürde auf sich zu nehmen, angesichts der globalen Erwärmung die Wächter des Planeten zu sein, also müssen wir ihnen auch die richtigen Fähigkeiten mitgeben.”

Ray Mears
► Gesamten Artikel lesen

Der Begriff Bisphenol A (BPA) taucht aufgrund seiner gesundheitsschädigenden Eigenschaften regelmässig in den Schlagzeilen auf. Zuletzt wurde bekannt, dass die kunststoffhärtende Chemikalie sich in vielen Babyschnullern befindet. Bei Erwachsenen, so der Verdacht, kann BPA Unfruchtbarkeit, Schädigungen der Gehirnentwicklung und Brustkrebs auslösen. Kindern, die sich erst in der Entwicklung befinden, könnten weitaus verheerendere Folgen drohen. ► Gesamten Artikel lesen

Aus der Tierwelt ist bekannt, wie wichtig der Moment der Prägung ist. Auf matriarchat.net heisst es dazu:

Wird die Prägung verhindert, das Baby fortgetragen, wenn die Mutter darauf eingestellt ist, es zu liebkosen, an die Brust zu legen, in die Arme und ins Herz zu schließen, oder ist die Mutter zu narkotisiert, um die Prägung voll zu erfahren – was geschieht dann?

Allem Anschein nach weicht der Prägungsreiz einem Zustand der Trauer, wenn die Reaktion der erwarteten Begegnung mit dem Baby ausbleibt.

Aus Kinder, die man nicht liebt, werden Erwachsene, die nicht lieben.

Mirjam Gebhardt ist Historikerin an der Universität Konstanz und forscht über Erziehung im 20. Jahrhundert. In einem Artikel für die ZEIT geht sie den Ursachen der zunehmenden Kinderlosigkeit auf den Grund und fördert Erstaunliches zu Tage. Noch immer ist das Erziehungsbild der älteren Generationen geprägt von der Härte der 1930er Jahre. Was die Kinder von damals ihren Kindern weitergegeben haben, sitzt noch immer fest im kollektiven Bewusstsein: Kinder ruhig mal schreien lassen, Stillen nach Zeitplan, Strenge und Unterordnung. Ein Umgang mit Kindern, der an ihren und unseren natürlichen Bedürfnissen völlig vorbei geht.

Ein Blick auf den historischen Diskurs zu den Themen Geburt, Säugling, Kleinkind mag weiterhelfen. Hören wir den erfolgreichsten deutschen Erziehungsexperten zu, wie sie früher werdende Eltern auf ihren Nachwuchs eingestimmt haben. Die berühmteste deutsche Ratgeberautorin aller Zeiten war Johanna Haarer, NSDAP-Mitglied und im »Dritten Reich« die staatlich empfohlene Expertin in Sachen Kinderkriegen. Liest man die von ihr verfassten Bestseller (unter anderen Die deutsche Mutter und ihre erstes Kind), macht man eine überraschende Entdeckung: Aus ihren Werken, die im höheren Auftrag der NS-Bevölkerungspolitik standen, spricht eine unverhohlene Abneigung gegen das werdende Leben: Wir lesen ihre konstanten Warnungen vor »erbkrankem« Nachwuchs, ihre Panikmache vor der Geburt (»ein Schlachtfeld«), ihre Empfehlung, das Kind vor dem Stillen erst mal ein bis zwei Tage lang nach der Entbindung hungern zu lassen, ihre Schilderung der Machtkämpfe ums Schlafen und Sauberwerden. Hat man sich durch alle abscheulichen Details der Säuglingspflege durchgearbeitet, bleibt eines hängen: Mit der Geburt eines Kindes beginnt ein existenzieller Kampf. Auf der einen Seite die deutsche Mutter – auf der anderen, ja was eigentlich? Ein großhirnloses Wesen, instinkt- und machtgesteuert. Schon an der Brust verursacht dieser emotionale Zombie Schwierigkeiten, stellt sich »trinkfaul«, will nur »lutschen«, und schlimmer noch, will nicht begreifen, dass er nur um 6, 10, 14, 16 und 20 Uhr zu essen bekommt. Wenn er schreit, schreibt Haarer, wird er richtig gefährlich. »Dann, liebe Mutter, werde hart! Fange nur ja nicht an, das Kind aus dem Bett herauszunehmen, es zu tragen, zu wiegen, zu fahren oder es auf dem Schoß zu halten, es gar zu stillen. Das Kind begreift unglaublich rasch (…). Nach kurzer Zeit fordert es diese Beschäftigung mit ihm als ein Recht, gibt keine Ruhe mehr, bis es wieder getragen, gewiegt oder gefahren wird – und der kleine, aber unerbittliche Haustyrann ist fertig.«

(c) 2009 Wurzeln und Flügel