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Leben, schreiben und filmen im Weinberg der Demokratie.

Europas neuer Macht-Realismus: Souveränität als Chiffre des Kapitals

Der Beitrag analysiert Ursula von der Leyens außenpolitische Grundsatzrede vom 9. März 2026 aus historisch-materialistischer Perspektive. Die These: Der proklamierte Macht-Realismus ist keine neutrale Reaktion auf geopolitische Verwerfungen, sondern die Hegemoniesicherung transnationaler Kapitalinteressen unter veränderten Bedingungen. Reale Bedrohungen – Russlands Krieg, Chinas Aufstieg, transatlantische Instabilität – werden dabei nicht geleugnet, wohl aber ihre kapitalistisch vermittelte Bearbeitung kritisch befragt. Im Rückgriff auf Adorno, Cox und Gill wird gezeigt, wie strukturelle Alternativen aus dem Diskurs ausgeschlossen, Klasseninteressen als europäisches Allgemeinwohl verkleidet und imperiale Extraktionsverhältnisse im Vokabular der Resilienz fortgeschrieben werden.

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Freiheitsrechte in Gefahr: Die Geschichte eines Rückzugs

Freiheit oder Sicherheit? Der Überwachungsstaat greift um sich. Seit den 2000ern schränken verschärfte Gesetze und neue Technologien unsere Bürgerrechte ein. Polizeibefugnisse wachsen, Staatstrojaner spähen uns aus, und Minderheiten geraten ins Visier. Ist dies der Preis für Sicherheit oder der Weg in den autoritären Staat? Ein kritischer Blick auf die schleichende Erosion unserer Freiheiten und ihre tieferen Ursachen.

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Postdemokratie: Colin Crouch, Jacques Rancière und Chantal Mouffe im Vergleich

Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick der bedeutendsten Postdemokratie-Theorien, mit einem besonderen Fokus auf die Arbeiten von Colin Crouch, Jacques Rancière und Chantal Mouffe. Durch eine komparative Methode untersucht der Artikel die theoretischen Grundlagen, politischen Implikationen und gesellschaftlichen Relevanz dieser Theorien. Crouchs Perspektive auf die Dominanz der Eliten und die Erosion traditioneller demokratischer Prozesse, Rancières Betonung auf politischer Gleichheit und aktiver Partizipation, sowie Mouffes Fokus auf die Bedeutung von Konflikt und Pluralität in der Demokratie werden detailliert betrachtet. Der Artikel diskutiert die Herausforderungen, die diese Theorien für das gegenwärtige Verständnis und die Praxis der Demokratie darstellen, und beleuchtet die Notwendigkeit der Anpassung demokratischer Institutionen und Prozesse in einer sich schnell wandelnden Welt. Abschließend werden die Limitationen der Arbeit und mögliche Anschlussfragen für zukünftige Forschungen aufgezeigt. Diese Analyse dient als Ausgangspunkt für ein tieferes Verständnis der Postdemokratie und ihrer Bedeutung in der zeitgenössischen politischen Landschaft.

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Die Zugehörigkeit des Einzelnen in Zeiten der Zersplitterung

Der vorliegende Artikel beleuchtet die Zunahme von Einsamkeit in modernen Gesellschaften, eine Entwicklung, die durch die Paradoxie der digitalen Vernetzung und zunehmender Individualisierung geprägt ist. Er untersucht die tiefgreifenden psychologischen Auswirkungen dieser Einsamkeit, darunter das erhöhte Risiko für psychische und physische Gesundheitsprobleme, sowie die politischen Konsequenzen, die sich in abnehmender gesellschaftlicher Teilhabe und sinkendem Vertrauen in politische Institutionen manifestieren. Unter Bezugnahme auf die Werke von David Riesman und Erich Fromm werden die Veränderungen des sozialen Charakters in der modernen Gesellschaft und die daraus resultierende soziale Isolation und Entfremdung analysiert, wobei auch die Auswirkungen sozialpolitischer Entscheidungen auf dieses Phänomen thematisiert werden.

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